Edition AVIUM

Bibliophile Besonderheiten in Kleinstauflage

„Avium: einsame Orte / unwegsamen Region / wilde Berge / Wildnis“

Edition Avium ist: Eine Spielwiese / Schmale Texte, eigenwillige Illustrationen / Der Gang in die Wildnis … Oder dorthin, wo das Marketing nasse Füsse und einen Schnupfen bekommt / Wildwuchs und Widerspenstigkeit … aber vor allem: Humor! /

 

edition avium #4: sintenis

Edition Avium: DIN A5, gedruckt auf Umweltpapier, Inhalt 24 bis 42 Seiten, durchgehend illustriert, teilweise farbig

 

Ed. Avium No. 1


Ed. Avium No. 2
Farbenspiele. Märchen, Fabeln. Von Siegfried C. Arnold
32 Seiten. Durchgehend illustriert.

Märchenhaft anmutende Kurzgeschichten, in denen das Alltägliche sanft aus seiner Vorhersehbarkeit gestoßen wird. Ampeln, die ein Seelenleben entwickeln, Steine, die nach jahrmillionenlanger Reise zu philosophischen Phänomenen werden, Engel im Körper von Weinbergschnecken. Diese Kürzestgeschichten erinnern an die subtilen Verwandlungen eines Franz Hohler oder Kurt Marti.

Erhältlich ab Jan. 2021


Ed. Avium No. 3


Ed. Avium No. 4
Sintenis. Vier Texte zu Renée Sintenis von Florian L. Arnold
24 Seiten. Mit zusätzlichen Texten und Textauszügen von Joachim Ringelnatz und Hans Siemes.

 

Renée Sintenis (1888 – 1965), Schöpferin des Berliner Bären, entschied sich schon früh im Leben für die Kunst. Das zwang sie oft dazu, gegen den Strom zu schwimmen. So wurde sie in der Weimarer Zeit zur prominenten Vertreterin der Berliner Bohème und einer Vorreiterin der unabhängigen Künstlerin. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie zu einer mehrfach ausgezeichneten Botschafterin ihrer Heimatstadt Berlin. Noch heute sind ihre unverwechselbaren Skulpturen auf vielfältige Weise präsent.
Dieser kleine Band vereint vier kurze Erzählungen zu Renee Sintenis von Florian L. Arnold sowie weitere Texte von Joachim Ringelnatz, Hans Siemes und Frank Wedekind, wie sie zum Literaturspaziergang im Edwin-Scharff-Museum in Neu-Ulm 2020 präsentiert wurden.

> 10 € + Versand. > Bestellung

Auszug aus Edition Avium No. 4, „Sintenis“

„(…) Berlin! Berlin! … ist Zauber, ist Großstadt … Berlin bedeutet Benzinluft, Morphium, Weltkunst, Überfall, Seancen, Begaunern, Asphaltkultur, Sittenverfall, Avantgarde … Berlin! Schmelztiegel aller Gelehrsamkeit, der Künste, der Industrie und des Handels! Berlin! Große schöne schreckliche Kosmopolitin! Du hast nichts zu verlieren, denn Du bist schon längst verloren. Der Kurfürstendamm ist zur Nacht so hell erleuchtet wie der Broadway. Agitation! Cabaret! Schwarzmarkt und Demonstration! Hakenkreuz! Jazz, Swing, Foxtrott! Zeppelin … Die Musik spielt: Kleiner grüner Kaktus, wächst dein Spargel? Von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt sind kesse Raben, Zigarettenfritzen und Luden … Brillanten, Gold, Effekten, Aktienpapiere – eine fremde Welt. Neue Tänze wärmen auf, wenn nach langem kaltem Tag die Träume stark werden: Shimmy, Charleston und Black Bottom. Rausch. Bauhaus und Secession, Künstlerfest und Künstlerleid, das Ende vom Lied ist im Höhepunkt nicht weit, was heute noch Spaß macht – ist morgen schon hin … Ich weiß,es wird einmal ein Wunder geschehn!“ (…)


Auszug aus Edition Avium No. 2, „Farbenspiele“

„(…) Die Kreuzung ist berüchtigt, weil es da fast jeden Monat zu einem Unfall kommt. Gottseidank passiert nie was Schlimmes, nur Blechschäden. Aber merkwürdig ist es schon, dass es gerade hier zu den meisten Unfällen in unserer Stadt kommt. Jüngst war wieder einer. In der Regel schaue ich schon gar nicht mehr hin; die Reihenfolge – scharfes Quietschen – dumpfer Knall – kurze Stille – wüstes Schimpfen – hab ich schon zu oft gehört. Aber diesmal war es nur ein dumpfes Motorengeräusch, begleitet von einem langen Kratzen, Schaben und Ächzen. Ich schau aus meinem Schaufenster und sehe, wie ein LKW langsam um die Ecke will und dabei die Ampel streift und allmählich beiseite drückt. Natürlich gibt es sofort den üblichen Stau, die Polizei rückt an und greift ein, die Männer vom Bauhof sind auch gleich da und machen sich an der lädierten Ampel zu schaffen. So weit alles normal.
So schien es. Die Ampel schaltete auf Rot – und blieb dabei. Sie stand – und stand – und stand. (…)“

 

 

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