Die Bücher der Officina Ludi

Zu den schönsten Büchern in meiner Sammlung gehören die Werke aus der in Hamburg beheimateten „Officina Ludi“. Da ist etwa „Voltaire Candide oder der Optimismus“ von 2018, herrlichst bebildert vom Illustrationsgenie Klaus Ensikat. Der klassische Stoff findet in der bibliophilen Ausgabe eine denkbar glückliche Umsetzung. Da geht es um die großen Fragen wie Glück, Liebe,…

„Bauhaus für die Erde“ – Lesenswert!

„Ein bescheidener Vorschlag zur Rettung der Welt: Wenn wir unsere Städte aus Holz statt aus Beton bauen, bleibt uns das Schlimmste erspart.“   Ein Gang durch die Städte genügt, um deutlich zu sehen: Da läuft etwas schief. Immer größer, breiter, klotziger die Betonbauten, nachhaltig scheint der Verschleiss und leichtsinnige Abriss nicht zu sein. Allein die…

Von Kunst leben? Durch die Kunst!

Nein, die aktuelle Phase ist gerade nicht sehr lustig und es ist offen, ob die Schließung aller Kultureinrichtungen mehr an die finanzielle oder mehr an die geistige Substanz geht.Sicherlich wird der substantielle Einschnitt in die Kultur Folgen haben. Absehbar ist schon jetzt, wie sich die Kommunen und Städte um Einsparmöglichkeiten im Kultursektor bemühen … Und,…

Lesetipp: „Brecht“ von Bora Cosic

  „Es fragt sich Brecht / was tun / am letzten Tag / seines Lebens …“   Ungeheuer schön: Bora Cosic‚ Auseinandersetzung mit Bert Brecht. 2009 schon erschien im Verlag von Peter Ludewig, Kirchseeon, dieses exquisit mit Bleisatz und klassischem Buchdruck (Peter Weller, Berlin) hergestellte Bändchen, das ich nun in der Augsburger „Buchhandlung am Obstmarkt“…

Lesetipp: Christoph Niemann

Christoph Niemann spielt mit Wort & Bild:Große Zeichner vermögen komplexe Zusammenhänge in (scheinbar) einfache Bilder zu fassen. Niemann ist einer dieser ganz großen zeichner. Ein Virtuose, für den das Spiel mit Bedeutungen immer wichtig ist. Wort und Bild liegen für Niemann nahe beieinander, da sie dem Leser im Bruchteil einer Sekunde ungewöhnliche Blickwinkel vermitteln. Doch…

„Paradies vor dem Apfel“

„Ein ungestümer Text“   „Ein ungestümer Text, changierend zwischen Dystopie, absurdem Theater und bukolischer Naturbetrachtung: Florian L. Arnolds Novelle »Die Zeit so still« wagt viel.“ „Impressionen einer Fahrt durch eine entvölkerte Stadt“   „(…) Plötzlich wandelt sich der Text zu einem absurden Theater. Da gibt es eine Straßenbahn, die fahrgastlos nach einem festen Fahrplan fährt.…

„Beeindruckend, erschütternd und befreiend zugleich“

„Angst und Neugier“   „Die Zeit so still“ ist, wie der Titel schon anzeigt, kein reißerisches Buch, durchaus aber eines, das unter die Haut geht. Es beschränkt sich auf wenige Schauplätze, Personen und Handlungen. Die sorgsame Analyse von Befindlichkeiten und die Vermittlung von Atmosphärischem, das sind seine Stärken. Was in einem Menschen vorgeht, der perspektivlos…

Lesetipp: Niroz Malek

Lesetipp: „Der Spaziergänger von Aleppo“ Der Bonner Weidle Verlag hat uns Lesern in den vergangenen 25 Jahren viel schöne Literatur nahe gebracht; ich bin dem Verlag in jüngster Zeit vor allem für dieses schöne Buch dankbar: > „Der Spaziergänger von Aleppo“. Nun, „Schön“ ist der Anlass für dieses Buch nicht im geringsten, der unverändert tobende…

Lesetipp: Unwahrscheinlich schräg und lustig

Unwahrscheinlich schräg und lustig: Das Buch ‚a guada tog oder a zprackta braucht kaan karakta‘ legt eine Auswahl von 50 Texten des Mundartliedermachers Harry Stojka vor. Mundart ist sonst eher etwas, das ich nur in ganz geringen Dosen genießen kann. Aber diese Dialektgedichte, im wienerischen Idiom gehalten, haben eine üppige und stellenweise subversiv daher kommende…